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Patienteninformation zu Phenhydan® Tabletten:Desitin Pharma GmbH
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Welche Nebenwirkungen kann Phenhydan haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Phenhydan auftreten: Doppeltsehen, Augenzittern, Störungen der Bewegungskoordination, zunehmende Erregbarkeit, Zittern, Sprachstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Abgeschlagenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Übelkeit. Selten können Herz-Kreislaufstörungen, wie z.B. Blutdruckabfall, Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche, Störungen der Reizleitung am Herzen sowie Herzrhythmusstörungen, die zu einer starken Beeinträchtigung der Herztätigkeit bis hin zum Herzstillstand führen können, auftreten. Die Verschlechterung einer bestehenden Störung der Lungenfunktion wurde ebenfalls in seltenen Fällen gesehen. Über Fälle von Knochenerkrankungen einschl. Osteopenie und Osteoporose (Minderung der Knochendichte) und Knochenbrüche wurde berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie Steroide einnehmen. Darüber hinaus wurde eine Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion (insbesondere bei Kindern) und eine übermässige Zahnfleischentwicklung (Zahnfleischwucherung) beschrieben. Einer eventuellen Zahnfleischwucherung sollte mit guter Mundpflege und Zahnfleischmassage vorgebeugt werden. Ferner wurden allergische Kreuzreaktionen mit anderen Arzneimittel gegen Epilepsie, allergische Hauterscheinungen, selten auch sog. Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse (beides lebensbedrohliche Erkrankungen der Haut mit Blasenbildung, siehe auch Abschnitt Wann ist bei der Einnahme von Phenhydan Vorsicht geboten?), Blutbildveränderungen und Überempfindlichkeitsreaktionen, auch sog. DRESS-Syndrom (Syndrom mit Hautreaktionen, geschwollenen Lymphknoten, Fieber und möglicher Beteiligung weiterer Organe) beobachtet. Des Weiteren kann es zu Leberfunktionsstörungen, Hautveränderungen (übermässige Pigmentierung und Behaarung sowie überschiessende Narbenbildung) einschliesslich verstärkter Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus) kommen. Über Fälle von Agranulozytose (starker Abfall der für die Infektabwehr verantwortlichen weißen Blutkörperchen) wurde berichtet. Bei länger dauernder Anwendung kann es zu einem Gewebeschwund im Kleinhirn kommen. Ausserdem können nichtentzündliche Nervenerkrankungen auftreten, die sich z.B. in Sensibilitätsstörungen und Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen äussern können. Des Weiteren kann es zu einer Blutarmut, bedingt durch einen Mangel an dem Vitamin Folsäure, oder zu einer reversiblen Muskelschwäche kommen.
Es können Zeichen einer Hirnschädigung auftreten. Diese äußern sich z.B. in vermehrten Krampfanfällen, Antriebslosigkeit, Muskelschwäche, verlangsamten Bewegungen bis hin zu Bewegungslosigkeit (Stupor), Bewegungsstörungen und schweren Allgemeinveränderungen im EEG (Hirnstrommessung). Dies gilt vor allem bei länger dauernder Anwendung mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie.
Folgende Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion verdienen besondere Beachtung: zunehmende Abgeschlagenheit und Schwäche, Halsschmerzen und Geschwüre im Rachen, Fieber, Schwellungen der Lymphdrüsen, Gelbsucht, juckende Hautausschläge. Es wurde in Einzelfällen von Reaktionen der körpereigenen Abwehr gegen das eigene Bindegewebe oder gegen Körperzellen (systemischer oder kutaner Lupus erythematodes) berichtet. In diesen Fällen ist umgehend der Arzt bzw. die Ärztin zu konsultieren.
Bei länger dauernder Überdosierung können auftreten: starrer Blick, Appetit- und Gewichtsverlust, Erbrechen, Ermüdungserscheinungen, Apathie, Wahrnehmungsstörungen und Bewusstlosigkeit.
Kinder und Jugendliche
Das Nebenwirkungsprofil von Phenytoin ist in der Regel bei Kindern und Erwachsenen ähnlich. Bei Kindern, Jugendlichen und Patienten mit schlechter Mundhygiene treten häufiger Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasien) auf.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.