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Fachinformation zu Timonil®/- retard:Desitin Pharma GmbH
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Pharmakokinetik

Absorption
Carbamazepin wird (abhängig von der galenischen Form) nach oraler Verabreichung relativ langsam resorbiert: nach einer Einzeldosis wird die tmax nach 1 h (Sirup), 14 h (Tabletten) bzw. 28 h (Retardtabletten) erreicht.
Die orale Bioverfügbarkeit von Carbamazepin liegt, abhängig von der Darreichungsform, zwischen 58% und 85%. Plasmakonzentrationsspitzen, die nach Einnahme von Standardtabletten gemessen werden, können durch Einsatz der Retardtablette vermieden und ein gleichmässigerer Plasmakonzentrationsverlauf erzielt werden. Die BV wird durch Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.
Plasmaspiegel
In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer Plasmakonzentrationen darauf hingewiesen, dass die Anfallsfreiheit bei Plasmaspiegeln von 4 bis 12 µg/ml, entsprechend 17-50 µmol/l Carbamazepin, erzielt werden kann. Bei Plasmakonzentrationen von 5 bis 18 µg/ml wird eine Schmerzlinderung bei Trigeminus-Neuralgie erreicht. Die Schwellenkonzentration für das Auftreten von Nebenwirkungen liegt bei ca. 8-9 µg/ml. Die Konzentrationen von Carbamazepin-10,11-epoxid (pharmakologisch wirksamer Metabolit) betragen ca. 30% der Carbamazepin-Konzentrationen.
Steady-state-Plasmakonzentrationen von Carbamazepin werden innerhalb von 1-2 Wochen erreicht, abhängig individuell von der Autoinduktion durch Carbamazepin sowie der Heteroinduktion durch andere enzyminduzierende Pharmaka, ferner abhängig vom Status vor der Therapie, von der Dosierung sowie von der Therapiedauer.
Distribution
Carbamezpin ist zu 70-80% an die Serumproteine gebunden. Die Konzentration der unveränderten Substanz im Liquor und im Speichel entspricht dem nicht Protein-gebundenen Anteil im Plasma (20-30%). Die in der Muttermilch gefundenen Konzentrationen entsprechen 25-60% derjenigen im Plasma. Carbamazepin tritt in die Plazenta über.
Das scheinbare Verteilungsvolumen ist 0.8-1.9 l/kg.
Metabolismus
Carbamazepin wird hauptsächlich über den Epoxid-Diol-Stoffwechselweg in der Leber metabolisiert. Zunächst erfolgt Oxidation zum Carbamazepin-10,11-epoxid, vorwiegend über das Cytochrom P450-Isoenzym 3A4. Die Humane mikrosomale Epoxid Hydrolase wird als für die Bildung des pharmakologisch aktiven Carbmazepin-10,11-epoxids verantwortlich angesehen. Dieses wird fast vollständig zum 10,11-transdiol-Derivat und dessen Glukuroniden umgewandelt. Ca 30% des oral verabreichten Carbamazepins erscheint im Urin als Endprodukt des Epoxid-abbauwegs.
9-Hydroxymethyl-10-carbamoyl-acridan ist ein weniger wichtiger Metabolit. Weitere wichtige Stoffwechselwege führen zu mehreren monohydroxylierten Substanzen sowie durch UGT2B7 zum Carbamazepin-N-Glukuronid.
Carbamazepin induziert seinen eigenen Metabolismus.
Elimination
Plasma-Eliminations-Halbwertszeit nach Einzeldosis: durchschnittlich 36h; nach mehrfacher Applikation (Autoinduktion des hepatischen Mono-Oxygenase-Enzymsystems): durchschnittlich 16-24 h; bei Komedikation mit anderen leberenzyminduzierenden Pharmaka (z.B. Phenytoin, Phenobarbital): durchschnittlich 9-10 h. Ausscheidung: nach einer Einzeldosis von 400 mg 72% im Harn (2% unverändert; 1% Epoxid; ca. 30% Carbamazepin-10,11-transdiol und andere inaktive Metaboliten) sowie 28% in den Faeces.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Hinweis: Keine veränderte Pharmakokinetik bei älteren Patienten; es liegen keine Informationen für Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nieren-Funktion vor.